Trump – Apple

“Ja, Trump, dieses Monster, hat eine völlig unbedeutende Steuerreform durchgeführt. Konzernbosse wie Tim Cook, CEO von Apple und guter Freund von Obama, wünschen sich die Zeiten zurück, in denen im Ausland angefallene Gewinne untätig im Ausland gebunkert wurden. Es ist eine Schande für die weltweite Steuergesetzgebung, dass nun die USA unter Donald Trump 38 Mrd. USD an Steuern von Apple kassieren.
Mit Hilfe der US-Steuerreform macht Apple alle Angestellten, die keine eigenen Aktienboni im Vertrag vereinbart haben, durch ein Aktiengeschenk in Höhe von 2.500 USD zu widerlichen Kapitalisten. Und die 20.000 neuen Jobs, die Apple mit den in die Heimat zurückgeholten Gewinnen schaffen möchte, werden bestimmt nicht geschaffen. Ich glaube es erst, wenn ich es sehe.”
Der Chef eines Landes soll seinem Volk dienen, ohne anderen Völkern zu schaden. So einfach würde ich die Aufgabe der Präsidenten, Könige und Kanzler dieser Welt beschreiben. Davon sind wir jedoch inzwischen weit entfernt: Wirtschaftliche Interessen werden im Ausland diplomatisch und nicht selten auch militärisch durchgesetzt. Da dies zu Hause schwer vermittelbar ist, werden dort allerlei komplizierte Ausgleichsmechanismen erfunden.
Trump hingegen hält sich aus der Weltpolitik weitgehend raus (ist Ihnen aufgefallen, dass ISIS in Syrien auf dem Rückzug ist) und schafft komplizierte Regulierungen in der Heimat konsequent ab. Wer, wie die FAZ, behauptet, Apple betreibe “Augenwischerei” mit der Rückholung der unversteuerten Gewinne aus dem Ausland, der verkennt die Realität. N-TV fragt “Apples Steuer-Deal ein Erfolg für Trump?” und rechnet vor, dass die 30 Mrd. USD auf fünf Jahre verteilt weniger seien als die zuvor angekündigten Investitionen von 16 Mrd. USD ohne Zeithorizont. Bei der Rechnung werden die anderen Faktoren, die zu einer Investition in Höhe von 350 Mrd. USD führen, ignoriert und auch die Steuerzahlung in Höhe von 39 Mrd. USD wird nicht eingerechnet. Die Tagesschau kritisiert, dass die Gewinne dank irischer Steuerschlupflöcher erzielt wurden – Steuerschlupflöcher, die Brüssel in 15 Jahren nicht zu stopfen vermochte.
Natürlich ist diese Aktion das Ergebnis der US-Steuerreform von Trump. Der Gewinn wird nicht mehr mit 25%, sondern nur noch mit 15,5% versteuert.
Apple wird, wenn es die 252 Mrd. USD unversteuerte Gewinne aus dem Ausland zurückholt, 39 Mrd. USD Steuern zahlen. Das sind 50 Mrd. USD Steuern weniger, als sie zu Obamas Zeiten hätte zahlen müssen (15,5% statt zuvor 35% Steuern). Die eingesparten 50 Mrd. USD investiert Apple in 20.000 neue Arbeitsplätze, baut ein neues Verwaltungsgebäude für seine Services-Sparte und investiert 30 Mrd. USD in die US-Wirtschaft (vor einem Jahr sprach man noch von Investitionen i.H.v. 16 Mrd. USD). Zudem wurde der Fonds für den Ausbau der Infrastruktur von 1 auf 5 Mrd. USD erhöht.
Mitarbeiter ohne Aktienkomponente im Gehaltsvertrag erhalten Aktien im Wert von 2.500 USD. Zudem erwarte ich, dass Apple sein Aktienrückkaufprogramm deutlich aufstocken wird, so dass auch die Aktionäre etwas von dieser Geschichte haben.
Wer geht leer aus? Hmm, mal überlegen: Es werden neue Arbeitsplätze geschaffen, Angestellte bekommen einen Bonus, Aktionäre profitieren durch Aktienrückkauf, die US-Wirtschaft freut sich über Investitionen, … mir fällt niemand ein. Apple hat sogar ausgerechnet, dass alle Investitionen zusammen, inklusive der zu erwartenden Gehälter für die 20.000 neuen Arbeitsplätze, in den kommenden fünf Jahren ein Investitionsvolumen von 350 Mrd. USD ausmachen werden. Der Marshallplan, der Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut hat und der Gelder nicht nur über Deutschland, sondern über ganz Europa gestreut hat, hatte ein Volumen von 140 Mrd. USD. Und zwar inflationsbereinigt 140 Mrd. USD (damals waren es 12,4 Mrd. USD)!
Schadet die Aktion dem Ausland? Hmm, mal überlegen: Das Geld liegt dort nun schon seit vielen Jahren herum. Es wurde zu den national üblichen Steuersätzen versteuert. Die internationale Staatengemeinschaft hat es nicht geschafft, die Gelder in irgendeiner Form in den Wirtschaftskreislauf zurückzuholen. Nein, geschadet hat die Aktion niemandem.

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