Sinkende Zinsen

Die Umlaufrendite in Deutschland ist um 0,02%punkte auf 0,14% gesunken, dabei werden doch steigende Zinsen erwartet. Auch in den USA springt die Rendite der 10 Jahre laufenden US-Anleihe einfach nicht nachhaltig über die magische Grenze von 3%, dabei ist der US-Leitzins doch schon von 0,25% auf inzwischen 1,75 bis 2% angehoben worden. Wie kommt es, dass insbesondere die US-Rendite nicht schon längst das angestiegene kurzfristige Zinsniveau stärker widerspiegelt?
Wenn man in der Finanzpresse nachliest, dann sind steigende Zinsen so sicher wie das Amen in der Kirche.
Doch in der Regel passiert an den Finanzmärkten dann das Gegenteil: Die Zinsen fallen.
Was wäre dazu notwendig? Ein Run auf US-Staatsanleihen. Die ganze Welt müsste plötzlich davon überzeugt sein, dass US-Staatsanleihen die einzig wirklich sicheren Häfen sind. Ist das wahrscheinlich, wenn es sich das Staatsoberhaupt mit so ziemlich allen Freunden verscherzt? Was, wenn Donald Trump mit seinen Provokationen weitermacht, bis China irgendwann einlenkt? Die USA sind seit jeher reich an Rohstoffen und haben stets Wert darauf gelegt, sich nicht zu abhängig vom internationalen Handel zu machen. Ähnlich wie Russland könnten die USA auch eine Isolation über eine längere Zeit durchhalten. Natürlich würde die Wirtschaft darunter leiden, aber die US-Wirtschaft vermutlich weniger als die Wirtschaft Chinas oder Europas.
Hier in Europa bekommt man für den „Sicheren Hafen“ einer 10 Jahre laufenden Staatsanleihe 0,14% bei einer Währung, in den USA 2,87%. Diesen Unterschied könnte lediglich das Währungsrisiko rechtfertigen.
Nachdem der Euro zum US-Dollar im Jahr 2017 einen Lauf von 1,05 bis 1,25 USD/EUR unternommen hat, folgte im laufenden Jahr ein Rückschlag für den Euro auf 1,14 USD/EUR. Mit dem Unterschreiten der 1,15 USD/EUR sind sich Charttechniker in diesem Markt einig, dass nun der Weg zu 1,05 USD/EUR frei ist: Der Euro wird erneut extrem schwach.

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