Fed-Entscheidung

die Fed-Entscheidung vom vergangenen Mittwoch war in meinen Augen eine Überraschung. Trotz des schwachen US-Dollars nahm die Fed nicht die Gelegenheit wahr, die Rückführung ihrer aufgeblähten Bilanz im Detail anzusprechen. vielmehr verwies man auf die September-Sitzung für weitere Details. Damit ist die Fed vom zwischenzeitlichen Falken wieder zurück zu einer Taube mutiert, Janet Yellen hat wohl Angst um ihren Posten.

Knickt die Fed-Chefin mit diesem Verhalten vor Präsident Trump ein? Trump hatte kürzlich in einem Interview gesagt, er möchte niedrige Zinsen beibehalten und er mag Janet Yellen. Zwei Dinge, die nicht miteinander kombinierbar sind, es sei denn Yellen knickt ein und belässt das Zinsniveau auf dem niedrigen Stand. Nun, genau das hat sie diese Woche getan.

Diese Woche hat die US-Notenbank getagt. Fed-Chefin Janet Yellen hat im Anschluss ein überaus gemäßigtes Statement veröffentlicht. Gemäßigt, weil viele von ihr bereits konkrete Hinweise auf die anstehende Rückführung der ausgeuferten Fed-Bilanz erwartet hatten. Die Fed hat so viele Unternehmensanleihen gekauft, dass ihre Bilanz in den vergangenen Jahren auf 4,5 Billionen USD angewachsen ist. Diese Papiere muss die Fed im Rahmen der Normalisierung auf den Finanzmärkten nun auslaufen lassen, betroffene Unternehmen müssen sich über den freien Markt refinanzieren. Das wird das Zinsniveau in den USA nach oben drücken, auch ohne dass die Fed den Leitzins erhöht.
(Wenn die Papiere auslaufen, müssen Unternehmen die Kredite zurückzahlen oder neue Kredite aufnehmen. Bislang hat die US-Notenbank auslaufende Papiere durch neue Anleihen ersetzt, so dass der Markt weiterhin kaum Risiken übernehmen musste. Doch irgendwann soll ja der Markt, also andere Gläubiger, solche Anleihen in den eigenen Bestand nehmen. Es wäre ein weiterer Schritt zurück zur Normalität, würde jedoch viele Schuldner nervös machen. )

Ich hatte für diese Woche mit konkreten Hinweisen darauf gerechnet, wie diese Rückführung nun von statten gehen soll. Diese Informationen blieb uns Janet Yellen allerdings schuldig, stattdessen verwies sie mit allgemeinen Aussagen darauf, dass erst im September Konkreteres zu erwarten sei. So ist das Fed-Statement fast dem vom Juni identisch.

Die Haltung, die Straffung der Geldpolitik in die Zukunft zu verschieben, wird mit einer lockeren Geldpolitik gleichgesetzt, der Politik der Tauben (Friedenstaube sorgt für viel Liquidität, im Gegensatz dazu sorgt ein Falke für eine Verknappung der Liquidität).

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