Euro unter Druck

Weil EZB-Chef Mario Draghi immer mehr Gas geben wird, wird die Geldpolitik zwischen der Euro-Zone und der der USA weiter auseinanderlaufen. Wenn die erste Zinserhöhung in den USA erfolgen wird, könnte der Euro unter die Marke von 1,20 Dollar je Euro fallen. Im Laufe des Zyklus könnte der Euro sogar die Parität erreichen. Wie es der US-Wirtschaft in diesem Fall gehen würde, darüber sollten Anleger meiner Meinung nach aber lieber nicht nachdenken. Denn dann würde sich die Wettbewerbsfähigkeit der US-Exportwirtschaft massiv verschlechtern, weil US-Produkte im Ausland viel teurer würden. Deswegen und wegen des gigantischen Schuldenbergs hat die US-Regierung trotz gegenteiliger Beteuerungen keinerlei Interesse an einem starken Dollar.

JAPAN EIN MAHNENDES BEISPIEL

Um +7,3% ist der japanische Nikkei letzte Woche angesprungen, durch die Ankündigung der neuen Liquiditätsspritze durch die Bank of Japan. Nach Fukushima wurden die Anstrengungen den japanischen Haushalt zu sanieren eingestellt. Die konservative Regierung wurde abgewählt und Schuldenmacher Abe kam 2012 an die Macht. Gemeinsam mit seinem Notenbankchef Haruhiko Kuroda sucht er das Heil des Wachstums in der Geldmengenausweitung.. Ausweitung der Geldschöpfung!
Dabei hat sich ein gefährlicher Kreislauf entwickelt!

Diese Maßnahmen wirken wie Benzin im Feuer der Hedgefonds, die den Carry Trade für sich nutzen. Der Carry Trade lässt sich ganz einfach erklären: Als Anleger suchen Sie sich eine Währung, die hoffentlich an Wert verlieren wird, damit Sie einen Kredit in dieser Währung in der Zukunft mit ihrer heimischen Währung leicht zurückzahlen können. Idealserweise verliert die Währung schneller an Wert als Sie Zinsen zahlen, denn dann ist der Kredit quasi zinsfrei, ggfls. verdienen Sie sogar noch daran. Im laufenden Jahr 2014 hat der Yen gegenüber dem Euro 3,3% an Wert verloren. Beim derzeitig niedrigen Zinsniveau lohnt sich das also. Gegenüber dem US-Dollar hat der Yen sogar 13% verloren, die amerikanischen Hedgefonds verdienen an ihren eigenen Schulden.

Japan ist in der Situation, in der ich Europa nicht sehen möchte. Doch genau das ist es, wohin EZB-Chef Supermario Draghi uns führt. Ich bleibe bei meiner Einschätzung, dass der Ankauf von Staatsanleihen nur eine Frage der Zeit ist.  Und wir werden uns in dem Kreislauf befinden, aus dem sich Japan nicht mehr befreien kann.Wie haben es die USA geschafft, sich aus diesem Teufelskreis zu befreien? Dort wurde QE3 letzte Woche beendet und die Wirtschaft wächst mit 3,5%. Das hätte kaum jemand für möglich gehalten. Liegt es am Ölboom der USA (Fracking, Sidedrilling)? Liegt es daran, dass die USA schneller waren mit der Währungsabwertung, als alle anderen und somit dem Export (+8%) eine gute Basis bereitete? Oder liegt es an dem größten Wachstum des Verteidigungsetats der USA?

Während die Wissenschaft über die Antwort streitet, schaffen die USA Fakten … und wir hinken hinterher.

 

Verknappt Saudi-Arabien künstlich Öl?

Niedriger Ölpreis ist für viele Entwicklungsländer eine schwierige Situation, denn sie sind auf teure Ölexporte angewiesen. Für Saudi-Arabien gilt das nur bedingt: Die Scheichs im Wüstenstaat können auch kleine Preise länger aushalten und gleichzeitig den Weltölpreis diktieren. Das scheinen sie jetzt auch zu tun.

Saudi-Arabien hat ein politisches Interesse an einem niedrigen Ölpreis. Denn unter den dadurch leidenden Ländern ist aus Russland, dessen im Ausland ungeliebter Präsident Putin dadurch in der Ukraine-Krise unter Druck gesetzt werden soll. Allerdings nähme Saudi-Arabien damit auch eine Menge Kollateralschaden von Venezuela bis Angola in Kauf.

Rezession – Liquiditätsfalle!

Über Jahre hat sich Deutschland gegen jegliche Krisen gestemmt, nun bricht jedoch auch die deutsche Konjunktur ein. Wir dürfen uns auf eine Rezession einstellen.
Das Land, das jeder Krise in den vergangenen Jahren trotzte, wird nun auch getroffen. Seit der Griechenlandkrise 2011 knallen die Sektkorken in Deutschland, und fast fühlte man sich schon immun gegen Konjunkturschwächen. Doch dieses Bild ist nach schwachen Exportzahlen, schlechtem Einkaufsmanagerindex sowie einigen weiteren schwachen Indikatoren nun zerstört, internationale Anleger ziehen ihr Kapital aus Deutschland , Italien ab.
Auch die Zahlen internationaler Unternehmen spiegeln die Schwäche in Europa wider. Der Reformdruck ist dank der Liquiditätsflutung durch EZB-Chef Mario Draghi gering. NOCH!

So befinden wir uns nunmehr im Krisenmodus: Seit Jahren flutet EZB-Chef Supermario die Finanzmärkte mit Liquidität. Immer abenteuerlichere Methoden hat er entwickelt, um Banken, Finanzinstitute und überhaupt die gesamte Wirtschaft Europas mit Liquidität zu versorgen. Doch die Angebote Draghis werden nicht mehr angenommene. Wir befinden uns in der keynesianischen Liquiditätsfalle: Banken nehmen kein Geld mehr von der EZB, selbst wenn es geschenkt ist.