Ölpreis

Doch spielen wir noch das andere Szenario durch: Was, wenn Saudi Arabien tatsächlich eine Reduzierung der täglichen Ölfördermenge durchsetzt?
Nun, der Ölpreis würde tatsächlich kräftig anspringen. Ich denke, es könnte schnell in Richtung 45 USD/Fass gehen. Nicht höher. Doch das würde reichen, um den Ölförderländern den Druck aus dem Kessel zu nehmen, die Aktienverkäufe der angehängten Staatsfonds würden aufhören.
Es kann also entweder die Fed handeln, oder die OPEC, namentlich Saudi Arabien. Ist es ein Kräftemessen? Wer blinzelt zuerst mit den Augen? Gibt die Fed zu, dass sie nicht in der Lage ist, die Liquiditätsflutung der vergangenen Jahre einzufangen? Oder gibt Saudi Arabien Marktanteile an die US-Frackingindustrie ab?

Konjunkturabschwächung

Nun, die Konjunkturabschwächung könnte schneller kommen als gewünscht, wenn wir uns die Entwicklung in den vergangenen Wochen vor Augen führen. Und vor dem Hintergrund einer Konjunkturabschwächung wären weitere Zinsanhebungen ein fatales Signal. Also warten nun sämtliche Marktteilnehmer darauf, dass Janet Yellen zurückrudert. Es würde ja reichen wenn sie sagt, dass man weitere Zinsschritte in Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung an den Märkten abhängig macht. Denn genau das wird von einer Notenbank erwartet: Die Geldpolitik soll auf die Rahmenbedingungen reagieren, möglichst sogar frühzeitig agieren.

Doch die in Aussicht gestellten vier Zinsschritte, unabhängig von der weiteren Konjunkturentwicklung, sind tödlich für die Aktienbörse und auch für den gesamten Finanzmarkt.

FED und die OPEC

Wie beim Pokerspiel sitzen sich die Fed und die OPEC mit versteinerter Miene gegenüber. Wer zuckt zuerst? Wer hält länger durch? Jeden Tag, den sich die beiden nicht regen, verlieren Aktionäre Geld, verlieren Ölkonzerne Geld, müssen Staatsfonds an den Finanzmärkten verkaufen und trüben sich die Konjunkturaussichten ein. Es ist ein Knistern zu spüren an den Finanzmärkten, das sich durch alle Ebenen zieht.
Die massive Liquiditätsflutung der Fed in den Jahren 2008 bis heute hat es nicht vermocht, die strukturellen Probleme der US-Wirtschaft zu lösen. Zu keinem Zeitpunkt ging es der US-Konjunktur gut genug, um die Zinszügel zu straffen. Nach sechs Jahren Aufschwung war es nun die selbst auferlegte Pflicht der Fed, zu beweisen, dass man eine Zinserhöhung vornehmen kann. So wurde im Dezember der US-Leitzins von 0-0,25% auf 0,25-0,5% angehoben. Doch schon damals wies ich Sie darauf hin, dass dieser Zinsschritt nicht aufgrund positiver Konjunkturdaten erfolgte, sondern einfach nur weil es langsam soweit war. Weil die Fed nicht mehr anders konnte, ohne ihr Gesicht zu verlieren.

INSTABILE SCHWELLENLÄNDER

Bereits im September hatte die Fed mit der Aussage überrascht, globale Konjunkturentwicklungen und geopolitische Spannungen ebenfalls zu berücksichtigen. Damals waren die Schwellenländer unter Beschuss geraten. Viele Länder sowie deren Unternehmen sind hoch verschuldet in US-Dollar-Anleihen. Sie müssen also Zinsen in US-Dollar zahlen, und das tut weh, wenn der US-Dollar zu stark an Wert gewinnt, wie es meist vor dem Hintergrund von Zinserhöhungen der Fall ist. Höhere Zinsen in den USA machen den US-Dollar verhältnismäßig attraktiver, der Außenwert steigt und damit wird es schwerer für Staaten und Unternehmen, die ihr Geld in anderen Währungen verdienen, jedoch Zinsen in US-Dollar zahlen müssen.

An der Börse hat man erleichtert darauf reagiert, dass die Fed also auch solche Probleme mit ins Kalkül zieht, wenn sie über die Zinspolitik entscheidet. Zu hohe Zinsen in den USA hätten nämlich zu einem Kollaps in den Schwellenländern führen können, was die Weltkonjunktur belasten würde und somit negative Auswirkungen wiederum auch auf die USA hätte.

Dieses Mal hat die Fed neben der “Weltkonjunktur” auch noch die “Finanzmarktstabilität” explizit als Ziel genannt. Das ist erneut ein Novum und extrem wichtig für die Finanzmärkte. Denn in den Tagen vor der Zinsentscheidung gab es Turbulenzen am Finanzmarkt aufgrund eines Fonds, der seine Anteilseigner nicht mehr auszahlen konnte.

FED VERFOLGT IMMER MEHR ZIELE GLEICHZEITIG

In der schriftlichen Erklärung nimmt Yellen Stellung zu den Rahmenbedingungen, die beobachtet werden, um eine Zinsentscheidung zu treffen. Ziele der Fed seien Preisstabilität, gemessen an einer Inflationsrate von möglichst um 2%, sowie die Vollbeschäftigung, gemessen an der Arbeitslosenquote von möglichst 4%, was als Sockelarbeitslosigkeit gilt.

INSTABILE SCHWELLENLÄNDER

Bereits im September hatte die Fed mit der Aussage überrascht, globale Konjunkturentwicklungen und geopolitische Spannungen ebenfalls zu berücksichtigen. Damals waren die Schwellenländer unter Beschuss geraten. Viele Länder sowie deren Unternehmen sind hoch verschuldet in US-Dollar-Anleihen. Sie müssen also Zinsen in US-Dollar zahlen, und das tut weh, wenn der US-Dollar zu stark an Wert gewinnt, wie es meist vor dem Hintergrund von Zinserhöhungen der Fall ist. Höhere Zinsen in den USA machen den US-Dollar verhältnismäßig attraktiver, der Außenwert steigt und damit wird es schwerer für Staaten und Unternehmen, die ihr Geld in anderen Währungen verdienen, jedoch Zinsen in US-Dollar zahlen müssen.

An der Börse hat man erleichtert darauf reagiert, dass die Fed also auch solche Probleme mit ins Kalkül zieht, wenn sie über die Zinspolitik entscheidet. Zu hohe Zinsen in den USA hätten nämlich zu einem Kollaps in den Schwellenländern führen können, was die Weltkonjunktur belasten würde und somit negative Auswirkungen wiederum auch auf die USA hätte.

Dieses Mal hat die Fed neben der “Weltkonjunktur” auch noch die “Finanzmarktstabilität” explizit als Ziel genannt. Das ist erneut ein Novum und extrem wichtig für die Finanzmärkte. Denn in den Tagen vor der Zinsentscheidung gab es Turbulenzen am Finanzmarkt aufgrund eines Fonds, der seine Anteilseigner nicht mehr auszahlen konnte.

FED VERFOLGT IMMER MEHR ZIELE GLEICHZEITIG

In der schriftlichen Erklärung nimmt Yellen Stellung zu den Rahmenbedingungen, die beobachtet werden, um eine Zinsentscheidung zu treffen. Ziele der Fed seien Preisstabilität, gemessen an einer Inflationsrate von möglichst um 2%, sowie die Vollbeschäftigung, gemessen an der Arbeitslosenquote von möglichst 4%, was als Sockelarbeitslosigkeit gilt.

Anleihe mit der Schweiz – klasse Investment mit kurzer Laufzeit!

Gallus-Schweiz Vier: Wohnbebauung im Kantonen Thurgau und St. Gallen von Mehrfamilienhäuser a 10 und 9 Wohnungen
• Keine Projektentwicklung : ausschließlich Finanzierung der Bauphase
• Investition erst nach vorhandener Baubewilligung
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• 8 % Zins p. a., 1/4jährl. quartalsweise Auszahlung, nach einem vollem Quartal, zeitanteilig
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• Mindestanlage: EUR 10.000, höhere Beträge müssen durch EUR 1.000 ohne Rest teilbar sein
• Partner ist die IBAG Consulting AG, Schweiz (wie bei den Vorgänger: Gallus 1,2 und 3)

Draghi

Draghi: Mr. “Whatever it takes” Wir sind zu allem bereit!
Draghi demonstriert die Entschlossenheit, das gesamte Arsenal der Notenbank im Ernstfall auch einzusetzen. Inwiefern die Geldpolitik daher nun weiter gelockert wird, werde im Dezember geprüft, so Draghi. Das bereits laufende, 1,1 Billionen Euro schwere Anleihenkaufprogramm jedenfalls laufe bisher reibungslos, versicherte Draghi.
Die Binnennachfrage bleibe zwar widerstandsfähig, sagte Draghi. Sorgen über die Wachstumsaussichten in den Schwellenländern und andere externe Faktoren stellten jedoch Risiken für Ausblick für Wachstum und Inflation dar. Vor allem die Wachstumsschwäche in China galt zuletzt an den Finanzmärkten als ein Risiko auch für die Exportaussichten der Eurozone.
Bereits in der Vergangenheit bediente sich Draghi im Bezug auf das geldpolitische Mandat der EZB einer deutlichen Rhetorik. So verkündete der Notenbankchef während der Hochzeiten der Eurokrise, man werde auch immer tun, was nötig sei (“Whatever it takes”),
Strafzinsenwahnsinn: Anleihen im Wert von 2,6 Billion
Die Sparer sind die großen Verlierer von Draghi’s Politik.
Die Zeiten, als man für europäische Staatsanleihen Zinsen bekommen hat, sind lange vorbei. Was sich derzeit am Markt abspielt wird immer absurder – für einen gigantischen Batzen an Bonds bezahlen die Anleger mittlerweile, anstatt Rendite zu machen.
2,6 Billionen Staatsanleihen werfen negative Renditen ab
Das Volumen an „negativ rentierlichen Staatsanleihen der Euro-Zone ist in der vergangenen Woche von zwei Billionen Euro auf 2,6 Billionen Euro nach oben geschossen und steht nun an einem Rekordhoch. Der bisherige Rekord war im April mit 2,4 Billionen Euro erreicht worden“. Die Entwicklung kann man nur als irre bezeichnen. So hatte Italien am 28. Oktober für sechs Mrd. Euro sechsmonatige Anleihen mit einer negativen Rendite von 0,055 Prozent platziert. Dabei liegen die Schulden Italiens bei horrenden 2,2 Billionen Euro. Das sind herbe 135 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Die Zinsen für zweijährige französische Anleihen liegen sogar bei minus 0,26 Prozent. Dabei hat Frankreich 2,1 Billionen Euro Schulden – 97,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Warum machen Notenbanker wie Draghi so eine irrwitzige Politik? Um die weltweite Schuldenspirale am Laufen zu halten. So soll die Inflation angeheizt werden. Die weltweiten Schulden belaufen sich auf mehr als 200 Billionen Dollar. Das sind mehr als 300 Prozent der Leistung der Weltwirtschaft. Deshalb gilt es, koste es was es wolle, die Schulden wegzuinflationieren. Was sind die Folgen einer derartigen Politik der Notenbanken – außer die Blase am Aktien- und am Immobilienmarkt immer weiter aufzupumpen?

US-Notenbank

Janet Yellen, Chefin der US-Notenbank, hat am Mittwoch zumindest einen kleinen Dämpfer ausgeteilt. In ihrer Rede vor dem US-Senat bekräftigte sie die Absicht der Notenbank, den Leitzins der USA im Dezember erstmals seit neun Jahren wieder anzuheben, sofern es die Rahmenbedingungen zulassen.
Sollte die Arbeitslosigkeit der USA auf dem niedrigen Niveau verharren und vielleicht sogar das Lohnniveau endlich ein wenig anziehen, dann spricht das für die Zinsanhebung im Dezember. Fallen die Arbeitsmarktdaten jedoch enttäuschend aus, so wird die Zinsanhebung erneut in Frage gestellt werden.
An der Börse hat man sich inzwischen darauf eingestellt. Wurden bislang positive wirtschaftliche Daten begrüßt, weil sie den Konjunkturaufschwung widerspiegelten, so könnten positive Konjunkturdaten nun negativ aufgefasst werden, weil sie die Zinsanhebung unterstützen.
Der Aufschwung in den USA ist bereits sechs Jahre alt und zeigt erste Ermüdungserscheinungen. Zudem hat die Fed inzwischen explizit auch globale Risiken mit in ihre Entscheidungsgrundlage einbezogen, und global sieht es deutlich schlechter aus als in den USA. Denn in China gab es unlängst enttäuschende Daten aus der Industrieproduktion, in Brasilien bricht die Wirtschaft derzeit zusammen, das Land versinkt in einem Korruptionsskandal. Europa kann mit 1,6% Wachstum nicht wirklich als globale Konjunkturlokomotive bezeichnet werden.
Immerhin: Der Verfall der Rohstoffpreise, der auf die Inflationsdaten gedrückt hat, schein sich zu verlangsamen oder in einigen Bereichen bereits zum Stillstand gekommen zu sein. Das wird die Inflationsraten automatisch erhöhen, da die Vergleichsbasis des Vorjahres von nun an nicht mehr so hoch ist. Aus dieser Sicht könnte die Fed also durchaus Spielraum für eine Zinsanhebung bekommen.

Doch ich halte das Problem der anhaltend niedrigen Löhne für extrem gefährlich. Immer mehr Bereiche des Arbeitslebens werden automatisiert und für die Masse der Menschen bleiben immer stupidere Tätigkeiten übrig, die mit niedrigen Stundenlöhnen bezahlt werden können. Gut verdienen tun diejenigen, die neue Automatisierungen entwickeln, mit denen Unternehmen Geld sparen können. Es ist eine Entwicklung, die wir bereits seit der Industriellen Revolution mehrfach durchlebt haben. Sie lässt sich nicht aufhalten und führt ultimativ auch zu besseren Lebensumständen. Doch in der Umbruchsphase gibt es Verwerfungen und soziale Spannungen. Auf eine solche Phase laufen wir zu.

Also: Wir dürfen gespannt sein, ob die Fed im Dezember tatsächlich eine Zinsanhebung durchführen wird. Der Druck, dies zu tun, ist groß. Der Druck, es zu unterlassen, ebenfalls.